Plattdeutsches Buch des Jahres



„Ik heff veer Omas un Opas. Twee vun jeedeen. Also, nich veer Omas un veer Opas, sünnern twee. Twee Omas un twee Opas. Dat warrt so blieven. Ik denk, ok wenn de een oder anner starven deit.“ So beginnt „Ebbe un Hehn“, eine ebenso spannend wie einfühlsam erzählte Geschichte. Eindringlich beschreibt ein 13-jähriger Junge seine Welt: seine Familie, die Schule, die Ferien, seine Gefühle, seine Träume.

Geschrieben und illustriert hat die Rotenburger Autorin und Kunstlehrerin Birgit Lemmermann das Buch. Sie hatte bereits vor einigen Jahren mit drei Kinderbüchern um den kleinen Bären Emil auf sich aufmerksam gemacht. Für ihr neuestes Werk ist ihr nun die Auszeichnung „Plattdeutsches Buch des Jahres“ zuerkannt worden. Der Preis wird am 9. November im Rahmen der zehnten plattdeutschen Buchmesse feierlich überreicht. Das Buch erzählt die Geschichte aus der Sicht von Thadde, der die Beziehungen zu seinen Mitmenschen neu auslotet: zu seiner Mutter, zu deren neuem Freund und nicht zuletzt zu einem Mädchen, dem er während eines Segelurlaubs begegnet. Unverkrampft und mit großer Liebe fürs Detail zeigt die Geschichte den Übergang Thaddes vom kindlich-verspielten Schüler zum Jugendlichen, der sich der Faszination von Vertrauen und Zuneigung gegenüber Mädchen nicht entziehen kann. Birgit Lemmermann gibt eine schlüssige Antwort auf die Frage, was Freundschaft unter Jugendlichen ist.

„Ebbe un Hehn“ besticht vor allem mit seiner konsequent, detailreich und kreativ durchkomponierten Gesamterscheinung. Der feste Einband, die Papierwahl oder das Lesebändchen stehen für handwerkliche Qualität: ein Buch, das man gern in die Hand nimmt. Und ein Buch, das man gern betrachtet. Die über hundert Illustrationen begleiten den Text nicht nur, sondern eröffnen neue Horizonte und laden den Leser zum Verweilen ein. Die Collagen, Zeichnungen und Malereien überzeugen in ihrer künstlerischen Ausdruckskraft. So wird „Ebbe un Hehn“ zu einem faszinierenden Gesamterlebnis.

Die Carl-Toepfer-Stiftung und das Institut für niederdeutsche Sprache küren seit 2005 das „Plattdeutsche Buch des Jahres“. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert. Die Jury zeigte sich von dem Bemühen vieler Verleger um gut gestaltete Bücher beeindruckt. Dass ein Jugendbuch prämiert wird, findet indes allgemein Beifall. Ist damit doch die Hoffnung verbunden, dass mehr „junge Lüüd“ mit Vergnügen plattdeutsche Bücher lesen.

Weitere Informationen geben die Carl-Toepfer-Stiftung, Peterstraße 28, 20355 Hamburg, 040 / 344564, und das Institut für niederdeutsche Sprache, Bremen, 0421 / 324535 sowie Birgit Lemmermann unter www.emil-online.de.

 

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