Moin auch auf der Seite von Birgit Lemmermann
Das Neuste: Der Freudenthalpreis 2025 für meine kleinen Prosastücke und Fragmente „Wat ji nich mehr to sehn kriegt – lütte Notizen ut en Achterklapp“ wurde am 27. September 2025 im Heimatmuseum „De Theeshof“ in Schneverdingen verliehen.
„Mit ihrem Votum unterstreicht die Jury, dass Birgit Lemmermann eine der wichtigsten niederdeutschen Dichterinnen unserer Zeit ist“, sagt der Pressetext. Oha!
Die Laudatio von Robert Langhanke kann man hier nachlesen.
Birgit Lemmermann macht seit 1994 „Platt för Kinner un Junge Lüüd“. Ihre drei Bücher über den weißen Bären Emil können mittlerweile schon als Kinderbuchklassiker gelten, und sie sind längst über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Birgit Lemmermann wurde 1962 auf der Stader Geest geboren, genauer gesagt in Ahlerstedt-Klethen. Sie ist als echte Buurdeern plattdeutsch aufgewachsen, hat in Buxtehude das Abitur gemacht, sich für einige Jahre zum Studieren und Arbeiten nach Nordhessen begeben, und ist dann, Anfang der 90er Jahre, wieder in die norddeutsche Tiefebene zurückgekehrt, auch, weil ihr das Plattdeutsche gefehlt hat. Nach ihrer Zeit als Schoolmestersche wohnt und arbeitet sie nur mehr auf ihrem Hof, bietet Platz für Gäste, gibt Kurse, macht Beratung und geht als Rutengängerin los.
Lemmermann war Lehrerin für Kunst, Sport, Werken, Textilgestaltung und Plattdüütsch. Begonnen hat die Schreiberei op Platt mit der Geburt ihres Sohnes; weil es damals aber kaum plattdeutsche Bücher für Kinder gab, hat Mudder Lemmermann selber zu Stift, Pinsel und Farbe gegriffen. 1994 erschien „Ut’n Leven vun Emil“, ein Buch „för lüttje Lüüd af annerthalf“, und mit „Ut de Kinnertiet vun Emil“ und „Wenn de Sünn mööd slapen geiht…“ wurde die Emil-Trilogie komplett.
Lemmermann ist mit Texten für Erwachsene vertreten in mehreren Anthologien. Sie hat schon mehrmals einen der vorderen Plätze beim Freudenthal-Preis belegt, im Jahr 2007 den zweiten. 2006 hat sie den ersten Platz beim NDR-Wettbewerb „Vertell doch mol“ zum Thema „Familienfier“ erreicht, und auch 2007 war ihr Beitrag unter den besten 25 Beiträgen, die im Band „Bi Nacht“ versammelt sind. 2008 ist ihre Geschichte auf dem fünften Platz gelandet, nachzulesen im Band „In de School“.
Im August 2007 ist ihr Jugendbuch Ebbe un Hehn erschienen. Für Ebbe un Hehn hat die Niedersächsische Sparkassenstiftung den Lüttjepütt-Preis 2007 für plattdeutsche Kinder- und Jugendarbeit vergeben. Auch mit der Auszeichnung „Plattdeutsches Buch des Jahres“ der Carl-Toepfer-Stiftung in Hamburg und des INS Bremen ist „Ebbe un Hehn“ bedacht worden, ein echter Jugendroman, der für Kinder nicht gedacht ist.
2008 wurde ihr Hörstück „Kaffeetafel mit Fleeg“ von der Freudenthal-Gesellschaft mit dem Förderpreis bedacht, im Jahre 2009 wurde ihr der „Hanns-Hennig-Holm-Preis“ für Hörspiele verliehen. Georg Bühren vom WDR hat das Stück in Münsterländer Platt übertragen, es wurde zweimal ausgestrahlt.
„Avends an de Regentünn“, ein Katzenbuch, erschien im Jahre 2008 im Schünemann-Verlag Bremen, für den auch die plattdeutsche Übersetzung zweier Kinderbücher und des Romans „Schwerelos- op Platt“ von Ildiko von Kürthy entstand. Das Buch „Black Hex″ erschien 2013. Diese Bücher können Sie hier bestellen.
Im Juni 2011 gab es den „Klaus-Groth-Preis“ (für Lyrik) der Stadt Heide; für „Ünner dat, wat baven liggt…“ im September 2012 den Freudenthal-Preis.
„De Deerten wüllt Pannkoken freten“ heißt das Buch für kleine Plattsnacker und andere Leute, das das in Zusammenarbeit mit Jan Graf entstand. Hunger haben die Tiere und machen sich ans Werk, einen großen Stapel Pfannkuchen zu backen. Alle helfen mit, aber irgendwie gibt es dann doch nichts zu essen… Auf dieser Webseite unter der Rubrik Bestellen zu haben.
Der "Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis" für den Erhalt der niederdeutschen Sprache wurde von der Jury des "Huus op'n Bulten" 2013 in der Kirche St. Jürgen bei Bremen überreicht.

(im Bild Johannes Rehder-Plümpe vom Huus op'n Bulten und Laudator Heiner Egge)
Im November 2013 wurde der 23. Kappelner Literaturpreis vergeben. In der Begründung der Jury hieß es:

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt Birgit Lemmermann mit ihren Werken der plattdeutschen Literatur innovative Impulse. Für das Genre Bilderbuch hat sie mit der „Emil“- Trilogie ästhetische Maßstäbe gesetzt. „Ebbe un Hehn“, als Roman für Jugendliche ein Novum auf dem Büchermarkt, ist einfühlsam fabuliert und kommt ohne durchsichtige Pädagogik aus. Birgit Lemmermann ist unangepasst und kompromisslos. Das zeichnet sie nicht nur als Malerin aus, es gilt in gleicher Weise für ihre skurrilen Erzähltexte und ihre subtile Poesie. Wie unverwechselbar ihre Handschrift ist, zeigt auch das jüngste Künstlerbuch. „Black Hex“ ist die phantasievolle Reimerzählung über eine eigenwillige Hexe und zugleich Anmahnung für alte wie junge Leser, dem gewöhnlichen Gang der Dinge zu misstrauen.
Laudator war Dr. Ulf-Thomas Lesle, der eine beeindruckende und sehr persönlich gefasste Rede hielt; die Musiker Jan Graf und Christoph Scheffler haben das ganze Programm mit ihrer Musik begleitet, Ernst Christ vom NDR moderierte.
„Ebbe und Huhn“ ist 2015 in Zusammenarbeit mit www.atelierbauernhaus.de aus Fischerhude entstanden und somit auch auf Hochdeutsch zu lesen. Für alle, die das Buch im Original nicht oder nicht ganz lesen konnten; für alle, die die Plattversion in der Platt-Arbeit nutzen möchten und gerne die hochdeutsche Ausgabe blangenbi hätten; für alle, die Spaß haben an Seegeschichten, bunten Bildern und krausen Erzählungen.
